Gespräche sichtbar machen


Bedeutsame Gespräche kann ich als Künstlerin beobachten und begleiten. Dazu lasse ich später in meinem Atelier Bilder entstehen. Worin Bedeutsamkeit liegt, entscheiden die Menschen selbst. Das können wegweisende Gespräche in Organisationen sein, Vorstellungen von neuen Führungskräften, Mitarbeitergespräche oder auch ein Austausch auf einer ganz anderen Ebene sein.

Die Bilder vermitteln Eindrücke der Qualität der erlebten Kommunikation und zeigen darüber hinaus Visionen und Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft auf.
Bei einer Präsentation in entsprechenden Räumen kann es zu positiven Rückkopplungen kommen.

Im folgenden zeige ich Ihnen hier einige Beispiele:

"Erkundendes Strömen" (zum Dialog nach David Bohm und Martin Buber)

Linografie | Tusche auf Bütten | 0,75 x 1,05m | 2015

Begeistert von den fruchtbaren Potentialen die im Dialogprozess nach David Bohm und Martin Buber offenbar werden können, unternahm ich Anfang 2015 den Anlauf, diese zu drucken und zu zeichnen.
Ich brachte den Dialog auf dem Papier so in Gang, wie ich ihn auch im realen Leben führe: Zunächst begann ich damit, einen Kreis für die räumliche Konstellation dieser Gesprächsform anzudeuten. Er bildete sozusagen "den Container" für den wachsenden Bilddialog. Idealerweise entsteht im Dialogprozess ein neues Denken in der Mitte zwischen allen Teilnehmenden.
Langsam tauchten erste Elemente und Strukturen als "Gesprächsbeiträge" im Kreis auf, inspiriert in ihrer Symbolik von einer tatsächlichen Erfahrung. Später löste ich mich vom realen Erlebnis und verband die einzelnen Bildelemente zu neuen Aussagen. So verschmolzen Strukturen und Farben in den Feldern. In der Verdichtung ging es mir im folgenden darum, den Charakter eines Dialoges insgesamt spürbar werden zu lassen. Die Wirksamkeit über den Kreis hinaus.

siehe auch: Bild des Monats/ Archiv/ Oktober 2015

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"Der Punkt und das Gewebe"(Zum Hörenden Fußmarsch 2013)

Zeichnung | Tusche auf Bütten | 0,75 x 1,05m | 2013

Die unermüdlich geführten Gespräche während des Hörenden Fußmarsches finden in ebenso zahlreichen, einzelnen Punkten auf der Zeichnung ihren Ausdruck. Die gesetzten Punkte kommen auf der Fläche in Bewegung und erzeugen miteinander neue Eindrücke und Ideen. Auf einer zweiten, darüberliegenden Ebene fügen sich Teile der geführten Gespräche zu einem Gewebe und lassen neue Bilder und Visionen entstehen.

Nachdem ich zum ersten Mal zwei Etappen des Hörenden Fußmarsches miterlebt hatte, habe ich mit einigen Vorstudien etwa drei Wochen an der großformatigen Originalzeichnung gearbeitet. Die Gespräche während des Marsches wurden unter dem großen Thema der Stärken der Region ungefiltert und überall geführt, wo sie sich ergaben. So  habe ich zu Beginn einen Streifen nach dem anderen absichtslos gefüllt. Beim Setzen der Punkte ließ ich mich von den Nachbarbereichen nicht beeinflussen. Erst danach habe ich geschaut, wo sich Verbindungen ergeben und diese herausgearbeitet.

MDR Thüringen_31_05_2013_Gespräch zum Bild (von Loréne Gensel)

Dazu mehr: Aktuelles - Mit dem Hörenden Fußmarsch unterwegs

 

Aktuelles

www.hoerender-fussmarsch.de


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"Leuchtende Augen" (Idiolektisches Gespräch)

Zeichnung | Farbstift | 0,17 x 0,23m | 2012

Unter anderem die Idiolektik als Gesprächsform legt besonderen Wert darauf, den Partner zu seinen eigenen Potenzialen zu führen, aus denen er Kraft schöpfen kann. Wenn das gelingt, beginnen die Augen schon mal zu leuchten. So wie hier bei einem eindrucksvollen Zwiegespräch, das ich im Frühjahr mitverfolgen konnte, und wozu ich dieses Bild anfertigte. Zu Beginn erschien mir der Mann in sich zusammengesunken und wie ein Fels. Als aber das Gespräch auf für ihn reichhaltige Erinnerungen und Erfahrungen kam, lebte er sichtlich auf...

siehe auch: Bild des Monats/ Archiv/ September 2012

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"Diffusion" | aus der Serie "Atmosphären" (Idiolektische Gespräche)

Linografie | Tusche auf Bütten | 0,45 x 0,53m | 2012

Diese Atmosphäre rührt von einem Gespräch zwischen zwei Menschen, welches ich vor einem Jahr beobachten konnte. Eine offene, lernende Haltung führte zu einem frohen, wechselseitigen Geben und Nehmen. Die Fragende sog die Impulse ihres Gegenübers förmlich auf und fügte diese in ihr Denken ein. Sie verwob die Anregungen mit ihren eigenen Erfahrungen. Das Bild von ihrem Gedankengebäude veränderte sich in den neuen Schichten des Gesprächs. Die Muster überlagerten sich, beeinflussten sich gegenseitig und gewannen an Tiefe.

siehe auch: Bild des Monats/ Archiv/ März 2013


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"cranberries" | aus der Serie "Atmosphären" (Idiolektische Gespräche)

Linografie | Tusche auf Bütten | 0,45 x 0,53m | 2012

... im Frühjahr zu zweit an einem See in der Sonne sitzen, auf das leuchtende Maigrün und die Wasserfläche schauen, Cranberries aus dem Studentenfutter sammeln und über diese in ein vielfältiges Gespräch einsteigen...
Dies führte bei mir im Atelier, einige Zeit später, zu einer Überlagerung all dieser Eindrücke in der vorliegenden Linografie.


siehe auch: Bild des Monats/ Archiv/ Dezember 2012


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Angenehme Bekanntschaft (aus der Serie "Gesprächsstoff")

Linografie | Tusche auf Karton | je 0,30x0,43m | 2011

Manche Begegnungen im Leben sind für mich wie „Kaffeetrinken“, wobei das "Kaffeetrinken" meinen Inbegriff von Wohlgefühl darstellt.Für andere ist es vielleicht das "Teetrinken" oder das "Im-Wald-spazieren-gehen", was auch immer. Von Anfang an entfaltet sich eine warme und entspannte Grundstimmung. Mit Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung entsteht ein gegenseitiger Austausch. Beschwingt und bereichert geht man wieder auseinander. „Angenehme Bekanntschaft“ entstand nach einer solchen Begegnung im vergangenen Jahr.

siehe auch: Bild des Monats/ Archiv/ November 2012 "Angenehme Bekanntschaft"


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Tischgespräch zu dritt (aus der Serie "Gesprächsstoff")

Linografie | Tusche auf Karton | je 0,30x0,43m | 2011

Mancher von ihnen fragt sich vielleicht, wo denn nun der-die-das Dritte sei? Diese Antwort möchte ich Ihnen nicht vorwegnehmen. Auf jeden Fall scheinen zwei Figuren im Bild ziemlich dominant, oder? Und vielleicht kommen Ihnen solche Situationen bekannt vor.
In der Serie "Gesprächsstoff", zu der diese Linografie gehört, spürte ich Qualitäten unserer alltäglichen Kommunikation nach: Wie sind die Teilnehmenden im Raum verteilt? Wie ist mein Bezug zu den anderen? Wie ist der Gesprächsfluss: leise plätschernd, ruhig strömend, kraftvoll, zerstörerisch...? Beim Zeichnen benutzte ich zusätzlich wiederkehrende Muster mit Hilfe von vorgefundenen oder aus Linoleum geschnittenen Stempeln, die meinen Eindruck in der Zeichnung unterstreichen.




Lesen und sehen Sie mehr zu Bildern, die Kommunikation betreffen:

Bild des Monats/ Archiv/ März 2015 "Du willst ja sowieso nicht mit mir reden"

Bild des Monats/ Archiv/ Februar 2013 "So nah und doch so fern"

Bild des Monats/ Archiv/ Juni
2016 "Sitzung"

Bild des Monats/ Archiv/ September 2016 "Im Einvernehmen"


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