Archiv

November 2018

Fluchtpunkt

Linografie [Tusche auf Karton] | 2018 | 45 x 64cm

 

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Oktober 2018

„Nichtwissen XIII [Schichten gleiten]”

Linografie [Tusche auf Karton] | 2016 | 17 x 23cm

 

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September 2018

Freiheit zu fühlen

Hörbild zu einem Vortrag von Dr. Andreas Weber

Zeichnung [Marker] | 2018 | 48 x 48cm

 

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Juli & August 2018

Quo vadis

Linografie [Tusche auf Bütten] | 2016 | 42 x 73cm


Urlaubsgrüße aus Scharwenzel
Sommer auf dem Radweg. Schwalben schichten den Raum über uns. Wolken malen Schatten in die Felder. Unter den langen Merrettichblättern zeichnen Risse den trockenen Boden.
Wir suchen uns die Reiseroute, schauen immer wieder auf die Karte. Am liebsten nehmen wir die kleinen Seitenstraßen. Verborgene Pfade, die überraschend neue Ausblicke eröffnen. In den Gegenden, welche hinter den Hauptstraßen liegen, offenbart sich für uns der wirklich gelebte Alltag.
Unser Urlaub entpuppt sich immer mehr als ein einziger Umweg.

 

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Juni 2018

Augenleuchten

Linografie [Tusche auf Bütten] | 2012 | 45 x 53cm

Er sitzt mir im Zug gegenüber. Von einer dichten Erdkruste umschlossen. Trägt sie wie einen festgeschnürten Mantel um sich. Seine empfindsame Haut ist verdeckt. Ich fühle, dass sie kaum Platz zum Atmen hat. Sehe es an seinen angespannten Zügen und den schnellen Bewegungen der Nasenflügel.
Nur die Augen wandern hin und her. Auch sie geben keinen Einlass. Suchen aber Halt. Halt an einem Gegenüber. Halt an mir. Halt am echten Interesse.
Wofür ist die Kruste gut, frage ich?
Er erzählt mir von vergangenem Leid, von Angst und einem Schutzbedürfnis. Schon platzt eine handtellergroße Scholle aus seiner krustigen Ummantelung. Ich frage weiter, wie er das überwunden hat.
Ein Funke springt über, lässt den Lehm noch mehr krümeln. Mit den Antworten auf die nächsten Fragen fallen immer größere Brocken herab.
Seine Augen öffnen sich mehr und mehr. Vorsichtig seile ich mich über sie in sein Inneres. Verbreite mit der Lampe einen hellen Schein, der sich an den Wänden verstärkt. Warm und lebendig.

 

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Mai 2018

In den heißen Brei hinein

Zeichnung [Grafit auf Karton] | 2015 | 63 x 49cm

(...)

 

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April 2018

Wahrheiten auf den Kopf stellen

Linografie [Tusche auf Karton] | 2016 | 17 x 23cm


Behauptung
Habe gestern in der Bar einen Satz getroffen.
Baute sich vor mir auf mit breiten Schultern und versuchte Eindruck zu schinden. Stand wie ein steinernes Denkmal im Park, monströs und protzig. Kein Vorbeikommen möglich. Versperrte die Sicht auf die Gegend dahinter.
Gerade die machte mich neugierig: inmitten vieler kleiner Gewächse ein Schattenbereich.
Angelte um das Monument herum. Am Haken Fragen nach den Zwischenräumen. Stellte den Satz schlussendlich ganz auf den Kopf, schüttelte ihn, bis sämtliche Mörtelreste aus den Fugen gerieselt waren und er in sich zusammenfiel.
Fand im Stochern einen roten Frosch. Nahm ihn behutsam in beide Hände und trug ihn davon.

 

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März 2018

Schweben

Linografie [Tusche auf Karton]
2018 | 22 x 31cm | im Passepartout 40 x 50cm


Was lässt uns schweben?
Wie kommen wir in einen Zustand der Schwerelosigkeit?
Und wie kommen wir wieder hinaus?

O
der:

Was bleibt im Ungewissen?
Wie können wir zurücktreten von etwas, was uns beschäftigt?
Was verändert sich, wenn wir etwas in der Schwebe lassen?

 

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Februar 2018

Möglicher Quantensprung

Linografie [Tusche auf Karton]
2018 | 37 x 43cm

 

(...)

 

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Januar 2018

Zwischen uns [III]

Körperdruck/Linografie [Tusche auf Karton]
2017 | 24 x 32cm

Jede und jeder von uns trägt ein Haus mit sich herum. Manche dünnwandig und offenporig, andere aus schweren Mauern. Diese Häuser können wir uns auch ganz in organischen Formen denken.
Und immer koppeln wir damit an andere Behausungen an, ohne dass die Menschen darin sich tatsächlich berühren. Augenblicklich lösen sich die Wände, Stege werden ausgefahren, Rolltreppen heran gerollt, Planken hinüber geschoben, Glasfaserkabel verlegt. Informationen strömen ungehemmt hin und her.
Jeder Luftraum scheint angefüllt. Unbemerkt reagieren wir auf die Architektur unserer Zwischenräume.

Neben mir steht B. Gerade haben wir uns kennengelernt und tauschen nun erste Sätze. Zwischen uns werden währenddessen die wahren Geschichten erzählt.

 

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Dezember 2017

Mondtänzer

Linografie [Tusche auf Karton] | 2011 | 90 x 65cm


Mondtänzer
Ein weiter Raum am Abend, von den Seiten her dunkel.
D
arin bunte Menschen, die sich miteinander bewegen.
Viele zu zweit, einige in Gruppen, wenige einzeln.

Am Rande des Lichtkegels über warmgelbem Parkett ein Mondtänzer in schwarz.
Bewegt sich leicht und geschmeidig.
Langen Tentakeln gleich die Glieder.
In seinen weit ausholenden Schwüngen zeichnet er einen Raum für sich.

Eine fühlt sich angezogen.
Kommt hinzu.
Umkreisen sich.
Werden zum Duett.
Kopfüber.

Oben und unten egal, Raum im Ganzen zählt, sämtliche Richtungen offen.
Hingabe am Abgrund.
Konturen verschwimmen, ein einziger Wirbel.
Gleiten, schwingen, schmelzen, rollen, fliegen.

Heben
sich in die Nacht.

 

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November 2017

Unten nach oben

Linografie [Ruß auf Japanpapier] | 2017 | 60 x 44cm

Im Oktober beschäftigte mich bildnerisch die Durchlässigkeit von Grenzen: Welchen Sinn und welche Konsequenzen haben sie? Wie verhalten wir uns an Grenzen? Wie kann es gelingen, in einer Erstarrung wieder beweglich zu werden?
Unter anderem wählte ich Ruß als gestalterisches Mittel. Gerade Feuer ist schnell im Überwinden von Grenzen. Es kann Zerstörung bringen oder Wärme erzeugen. Solche Verwandlungen erlebte ich auch im eigenen Arbeitsprozess.
Das Bild „Unten nach oben“ steht für die Hinterfragung des eigenen Weges. In den vielfältigen Begegnungen mit neuen Kollegen im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf im vergangenen Oktober und der Auseinandersetzung mit ihren Arbeitsweisen galt es für mich immer wieder, den eigenen Kurs zu beschreiben und zu bestimmen. Wie für ein Schiff auf bewegter See will die Richtung immer wieder von Neuem gefunden werden. Ich habe diese kritische Befragung als aufwühlend erlebt. War diese Phase einmal überwunden, kam es im Anschluss jedoch zu Klarheit und Ruhe.

 

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Oktober 2017

Aussicht

Linografie [Tusche auf Karton] | 2017 | 22x31cm | im PP 40x50cm


Einmal kam der Tag auf unserer Reise, an dem wir nicht mehr weiter wussten. Endlos versuchten wir gegen die Widerstände anzurennen, bis wir erschöpft zusammenbrachen. Einige wenige versuchten etwas Neues und begannen, sich den Gegensätzen freundlicher und offener zu nähern. Manche hatten es sogar geschafft nachzufragen und hinter die Blockaden zu schauen. Sie schlängelten sich daran vorbei, um Gemeinsames herauszufinden. Dabei entdeckten sie neues Gebiet.

 

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September 2017

Unverhofft

Linografie [Tusche auf Bütten] | 2016 | 0,42 x 0,73m


Immer seltener werden unbekannte Tierarten entdeckt. Jüngst tauchte nun in Kuhfraß eine ungewöhnliche Unterart der Gartenfische auf. An lichtdurchzitterten Tagen und mit leicht zusammengekniffenen Augen sind sie über Zäune hinweg denjenigen sichtbar, die Märchenhaftes noch für möglich halten.

Diese Fische erscheinen verhältnismäßig groß und haben überdimensionale Augen. Mit ihren Blicken saugen sie sich in die Welt hinein und gleiten so von Ort zu Ort. Kaum dass sie verweilen, immer gibt es Neues, was sie anzieht. Nur ab und an stoßen sie sich mit ihren langen, schmalen Segelflossen von einzelnen Ranken ab, um anmutig über die Beete hinweg zu schweben.
Lange wussten wir nichts von ihnen. Doch nun sind sie da. Wenn wir den Blick über unsere Horizonte heben, werden wir diese Gefährten wieder häufiger antreffen können.

 

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Juli & August 2017

Stille Mondfahrt

Linografie [Tusche auf Karton] | 2016 | 0,30 x 0,50m

 

Aller guten Dinge sind drei. Drei Anfänge, drei Schlusspunkte.
Diese Mondfahrt erzählt vom Scheitern, vom Neubeginnen und von Zufriedenheit, ganz wie wir den Blick wenden wollen, liebe Leser*innen.

Und am Ende des Tages ist es die Schwärze, die die Szenerie sich als Nachtkleid angelegt hat. In unserem Dorf ist die abendliche Dunkelheit oft mit einer machtvollen Stille verbunden. Ein tonloser Fels, ehrwürdig und schauerlich zugleich, der sich auf uns herabsenkt.
Der eigene Atem als das lauteste Geräusch.


Bisweilen wird dieses Schweigen unheimlich. Plötzlich sind wir ganz allein mit uns.
Da kommt der Traum von einer nächtlichen Bootsfahrt auf sacht schaukelnden Wellen gerade recht.

Lassen wir das Boot leise ablegen.

 

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Juni 2017

Die Schönheit in einem Menschen zu sehen... [05]

Zeichnung [Farbstift auf Papier] | 2017 | 0,27 x 0,29m

Die Schönheit in einem Menschen zu sehen,
ist dann am nötigsten,
wenn er auf eine Weise kommuniziert,
die genau das am schwierigsten macht.
Marshall Rosenberg


Wie geht es Ihnen beim Lesen dieses Zitats? Können Sie die Aussage gleich erfassen?
Für mich stellte das Nachvollziehen eine Herausforderung dar und dennoch spürte ich, dass in diesem Satz viel Wahres und Hilfreiches für mich steckt. So begann ich dazu unmittelbar zu zeichnen: Ich lese den Text, lasse ihn in mich sinken, greife mir die Stifte und beginne zu zeichnen. Dies ist für mich inzwischen ein Weg der Aneignung. Sie sehen hier die 5. Zeichnung dieser Serie.

PS: Die ganze Serie zu diesem Zitat können Sie hier anschauen:
sibylle-reichel.de/zeichnungen/unmittelbar


 

 

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Mai 2017

Darüberhinweg

Zeichnung [Tusche auf Bütten] | 2017 | 0,39 x 0,45m

In meiner Arbeit bin ich gerade vielfach über Grenzen hinweg unterwegs (Kommunikation, Zeichnungen und Ausstellungen verbindend oder den Tanz und das Gespräch). Faszinierend daran finde ich das-über-Grenzen-gehen, denn ich erfahre im erfahrungsorientierten Lernen viel Bereicherung.

Für 2017 habe ich mir auf die Fahnen geschrieben, die Eigenarten von fließenden Grenzen künstlerisch zu untersuchen, etwa mit diesen Fragen: „Wie können Grenzen durchlässig bleiben?“ und „Wann wirken sie zu starr?“. Mit dem selbstgewählten Thema ging ich im März in einen konzentrierten Arbeitsprozess im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Dabei blieb ich im bildnerischen Arbeiten sehr dicht an der konkreten Erfahrung. So baute ich mir zunächst während des Zeichnens allerlei Hindernisse ein. Zeichnete gegen schwere Ziegelsteine, die ich auf den Blättern platzierte oder auch mal gegen Sand, weiche Textilien und menschliche Körper. Die dabei entstehenden Zeichnungen betrachte ich als Spuren dieses Prozesses, die ich mir wiederum unter den obigen Fragestellungen anschauen kann.


Für die Zeichnung „Darüberhinweg“ spannte ich Schnüre über das Blatt und ließ mich davon beim Zeichnen „stören“. Der Pinselstift „stolperte“ jeweils über die einzelnen Fäden und hinterließ Lücken. Oder sehen Sie Freiräume?

 

 

 

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April 2017

Wiepersdorfer Tagebuch

#Langsam mit dem Waldrand verwachsen

Linografie [Tusche auf Karton] | 2017 | 0,50 x 0,65m

Vor kurzem erst zurück vom Aufenthalt im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf möchte ich Ihnen eine ganz aktuelle Arbeit vorstellen.
Anfangs haderte ich dort im Niederen Fläming mit der Monotonie der Brandenburger Wälder, bin ich doch von der kleinteiligen Landschaft hier in Thüringen reichlich verwöhnt. Doch mehr und mehr begann ich den Waldrand direkt vor meinem Atelier zu genießen: fror gerne bei offenem Fenster, um die Vogelstimmen einzulassen und träumte mit dem Blick in die Bäume vor mich hin... Immer öfter ging ich im Wald spazieren und nahm ein um das andere Detail wahr. Zweige, Moose und Erde wanderten in mein Atelier.
Je öfter ich die räumliche Grenze überquerte und je mehr ich mich selbst öffnete, um so durchlässiger wurde sie. Das Verhältnis von gebauten Flächen und dem Waldrand hat sich für mich innerhalb der vier Wochen vollkommen verändert. Sowohl in den Wald hinein als auch umgekehrt in das Atelier hinein gab es ein „Darüberhinaus“. Verwachsen, verweben, verflechten.

 

 

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März 2017

Eine Begegnung von unaufgeregter, fließender Schönheit

Zeichnung [Farbstift auf Karton] | 2017 | 0,27 x 0,29m

Wovon lassen wir uns täglich überraschen? Wie kann es gelingen, uns so zu öffnen, dass wir Unerwartetes wahrnehmen können? Was ist dafür wesentlich?

In einem Gemeinschaftsprojekt mit Jens Riszmann haben wir dieses Vorgehen erprobt und „geübt“. Jeden Tag aufs Neue haben wir uns die Essenzen unserer Überraschungen geschickt, kurz und knapp formuliert. Zu diesen Essenzen haben wir im folgenden jede*r für sich gezeichnet.
Ich habe es für mich „das authentische Zeichnen“ genannt. In der authentischen Bewegung (authentic movement) bedeutet das: den eigenen Bewegungsimpuls im Moment wahrzunehmen und ihm zu folgen, ohne ihn zu werten oder ihn verändern zu wollen.
Beim authentischen Zeichnen habe ich es ebenso gemacht: Die Essenz gelesen, sie in mich sinken lassen, entschieden, welches Zeichenmittel ich nutzen möchte und begonnen. Diese Zeichnung gilt, ohne wenn und aber. Nichts vorher probiert, keine Form, keine Komposition.
Herausgekommen sind eine ganze Reihe neuer Bildimpulse, die auf kleinen Texten basieren und einen davon schicke ich Ihnen heute als Überraschung.
Für mich ist diese Künstlerfreundschaft etwas Kostbares, ein kleiner Edelstein. Die Textessenz bezieht sich auf einen gemeinsamen Spaziergang auf einem mild leuchtenden Schneeweg am ansonsten dunklen Saaleufer. Wir haben uns darüber ausgetauscht, was wir bei unserem Tun lernen und was jede*r von uns weiterhin erforschen möchte. Es hat mich beglückt, dass ich das erleben kann.

 

 

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Februar 2017

Karte von formidablem Gebiet [Mit dem Ohr zur Welt wachsen]

Linografie [Tusche auf Karton] | 2016 | 0,30 x 0,50m

Eine Karte zur Orientierung zu haben, scheint mir in diesen unsicheren Zeiten angebracht. Und formidabel – überwältigend, reichhaltig, grandios – ist unsere Welt. Um so mehr frage ich mich, wie wir uns darin zurechtfinden können.
Bei Marica Bodrožić habe ich dafür einen wunderbaren Ausdruck gefunden: „mit dem Ohr zur Welt wachsen“.*
„Den Blick von der äußeren Schicht der sichtbaren Wirklichkeit auf die verfeinerten Strukturen und Schwingungen des Inneren führen“ in diesem Sinne schreibt sie weiter. Jeden Tag erneut emphatisch das Außen wahrnehmen, innehalten und den Quellpunkt in sich finden, pflegen und kultivieren, wo ein neuer Gedanke entstehen kann. Die inneren Grenzen beweglich halten, die offenen Lücken spüren, sich der inneren Kraft anvertrauen und dann tun...

*in Marica Bodrožić „Das Auge hinter dem Auge“, Salzburg-Wien 2015, S. 27

 

 

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Januar 2017

Tengeri liebt dich

Linografie [Tusche auf Karton] | 2016 | 0,17 x 0,23m

Der Himmelsgeist Tengeri wird in der mongolischen Tradition verehrt. (Mir ist er im wunderbaren Film „Der letzte Wolf“ von Jean-Jacques Annaud begegnet.)
In den Himmelsgeistern wird alles - zum Teil spielerisch - anerkannt, was über unser eigenes Bewusstsein hinaus geht und wir oft nicht ausdrücken können. Manchmal träumen wir von archetypischen Welten und Gestalten. Wenn wir uns darauf einlassen, unser Unbewusstes als Quelle all dessen, was wir sind, wertzuschätzen, entdecken wir nach und nach Kräfte und Qualitäten in uns, von denen wir nicht die leiseste Ahnung hatten.
Während der Arbeit an dieser Linografie tauchten die eigensinnigen Figuren am Himmel auf. Ich habe sie nach und nach verstärkt. Für „Tengeri“ können Sie gerne auch „das Göttliche“ lesen.

 

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Dezember 2016

Vierzig-Stunden-Woche

Zeichnung [Tusche auf Bütten] | 2013 | 0,55 x 0,85m | Blatt 0,75 x 1,05m

Was tun wir, wenn wir warten? Wie fühlt sich das an? Und worauf warten wir eigentlich?
Um der Stille und dem Lärm in mir auf den Grund zu gehen, traf ich mich im November mit einem Freund zu einer gemeinsamen Improvisation in der Landschaft. Wir vereinbarten: „eine lange Weile mit sich zu verbringen“.
In den eineinhalb Stunden überraschte mich ein unerschöpflicher Reichtum an Variationen für meine Aufmerksamkeit, die ich in mir und um mich hatte. Ich konnte mich einem „breiten Zuhören“ widmen, ähnlich, wie wir unseren Blick mit einer peripheren Aufmerksamkeit schweifen lassen können.
Auf der Netzseite von Jens Riszmann können Sie sich einige Resonanzen zu unserer Improvisation anschauen: www.riszmann.net/ raum-zeit zwei

In dieser Zeichnung nun machte ich vierzig Stunden lang Punkte. Ich wollte damals ausprobieren, welche Fläche ich in dieser Zeit absichtslos aufspannen kann. Auch dabei habe ich mich auf diese lange Weile eingelassen, mich ihr hingegeben und während des Zeichnens gelauscht.

 

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November 2016

Das Ich macht sich auf

Linografie [Tusche auf Karton] | 2016 | 0,30 x 0,50m

Um einen für mich unvermittelten Anfang für ein neues Bild zu finden, durchforste ich gern meinen Zeichenschrank. Hier fand ich eine nicht fertiggestellte Tuschezeichnung aus einer Serie von 2010. Es reizte mich, in meine damalige Arbeitsweise nun mit meinen aktuellen Ausdrucksmitteln hineinzugehen. Das Zwiegespräch zwischen den Jahren ruft oft Unvermutetes hervor. So ergab sich bei diesem Bild ziemlich bald ein Thema durch das Zusammenspiel der beiden roten Druckformen. Plötzlich bekommen zwei vollkommen abstrakte Formen scheinbar Beine und machen sich gemeinsam auf den Weg in eine ungewohnte Landschaft.
Oder sind sie segelnd unterwegs?
Und werden sie den herabfallenden „Meteoriten“ umschiffen können?

 

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Oktober 2016

Improvisieren wir

Linografie [Tusche auf Karton] | 2016 | 0,30 x 0,50m

Erst letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, mit elf Künstlern vielfältiger Kunstsparten für sieben Tage gemeinsam in einem Einraum-Scheunen-Atelier zu leben.
Wir haben ernsthaft gearbeitet. Ernsthaft gespielt: Wie können wir zusammenwirken?
Und wie kann sich das mit jeglichem Alltag verbinden?

In diesem Kunstlabor haben sich für mich Qualitäten der Improvisation herauskristallisiert:
• Stille genießen und hinein lauschen mit allen Sinnen,
• die gemeinsame Verbindung der Menschen wahrnehmen,
• einander Raum geben,
• Langeweile zulassen,
• nichts wollen, nichts müssen (und lachen, wenn es doch passiert).

Ein roter Faden liegt auf dem Boden. Wird zur Linie. Wächst durch den ganzen Raum. Fließt darüber hinaus. In die Weite.
Vier Punkte wollen gesetzt sein. Kinderspiel. Gummi
twist entlang des roten Bandes.
Was fehlt? Was schwebt im Raum? Der
unbestimmbare Zufall. Zarter Raum für lineare Berührung des MenschSeins. Liebevolles Dasein, auch mal laut oder grotesk. Dem Moment ergeben.
Den inneren Impulsen folgen. Mut dazu, im richtigen Augenblick.

Wie wäre es, mit diesen Qualitäten der Improvisation den Alltag zu leben?
Improvisieren wir, jetzt! –

 

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September 2016

Im Einvernehmen

Linografie [Tusche auf Bütten] | 2011 | 0,63 x 0,43m

 

Wie oft sehen wir uns im Alltag mit schwierigen Situationen oder gar drückenden Problemen konfrontiert? Diese fordern so manches Mal unsere Fähigkeit zur Gelassenheit und Toleranz heraus. –

Wie
beflügelnd hingegen kann es sein, wenn uns ein leichtfüßiger Austausch mit einem guten Freund geschenkt wird. Einvernehmlich perlt das Gespräch von einem Thema zum anderen, gleich einem Tanz, in dem sich das Paar gemeinsam zu einem neuen Punkt bewegt. Die gesamte Unterhaltung umkreist einen Raum, aus dem beide Gesprächspartner mit neuen Perspektiven erfrischt hervorgehen.

 

 

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Juli & August 2016

In Bewegung

Zeichnung [Tusche auf Papier, gespachtelt] | 2005 | 0,64 x 0,40m


Ein Mühlrad, welches sich unablässig dreht.
Fenster, durch die im Sommer angenehme Kühle dringt.
Das Rauschen des Flusses, welcher immer da ist.

2005 arbeitete ich zehn Tage intensiv in einer fränkischen Papiermühle. Dabei erforschte ich die Qualitäten an Strukturen und Ausdruck eines in Tusche getauchten Spachtels, der über den Karton gezogen wird. Die Verschiebung meiner Hand über dem Papier wurde zum Sinnbild für Bewegung im Bild.

 

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Juni 2016

Sitzung

Zeichnung (Farbstift auf Karton); 2012; 0,21 x 0,30m


Sie sitzen mit Ihren Kollegen an einem großen Tisch und wollen gemeinsam Pläne schmieden oder Absprachen treffen. Im Laufe der Sitzung reißt eine Person den Gesprächsfaden an sich und beginnt ihre Ansichten und Erfahrungen langwierig auszuführen. Damit füllt sie den ganzen "Raum" und macht es für andere unmöglich, sich weiter einzubringen oder sich überhaupt zu äußern. Ein gemeinsamer Austausch wird dadurch verhindert. Das kann auch nur geschehen, wenn alle anderen rundherum dieser Person den Raum dafür geben.
Sagt nur eine Gesprächsteilnehmerin "STOP", wird es möglich in einen Dialog zu kommen.

Das Bild des Monats Juni ist in einer solchen Situation entstanden.

 

 

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Mai 2016

Paul

Zeichnung (Farbstift auf Karton); 2011; 0,23 x 0,17m

Im Allgemeinen pflegen wir Menschen nach ihrer äußeren Erscheinung mit unserem Sehsinn zu schildern und bilden uns da eine erste Meinung über sie: mag die Person groß, klein, blond, dunkel, stämmig, hager oder sonst wie sein. Über das Wesen eines Menschen sagen diese Beschreibungen noch nicht viel aus. Was habe ich darüber hinaus für Möglichkeiten einem Menschen zu begegnen? Wie kann ich ihn oder sie mit meinen anderen Sinnen wahrnehmen? Und wie mache ich mir hernach ein „Bild“ von ihm und ihr?

Liebe Leser*innen,
kennen Sie einen Menschen, auf den mein Portrait von „Paul“ passen würde?
Was lässt Sie zu dieser Einsicht kommen?
Mit welchen Farben und Formen bringen Sie menschliche Persönlichkeiten in Zusammenhang?

Könnte ich Ihr Interesse wecken, ein zeitgenössisches Portrait in Auftrag zu geben?

 

 

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April 2016

Nichtwissen II

Linografie (Tusche auf Karton); 2015; 0,17 x 0,23m

Immer wieder taucht die Frage auf, wie wir mit Dingen umgehen können, zu denen uns der Zugang fehlt oder bei denen altbewährte Strategien nichts nützen. Das Nichtwissen zu bejahen, ist für uns ungewohnt und fremd.

Für mich bedeutet es: Einfach anfangen. Ohne zu planen, abzuschätzen oder im voraus zu bewerten. In alle Richtungen offen bleiben.

Dieser Ansatz kann sehr entlastend sein. Bei der Bildserie zum "Nichtwissen" ging es mir so. (Vielleicht lag es auch daran, dass ich mir das Scheitern von vornherein zugestanden habe.)
(Bei Bildern, zu denen ich doch von Anfang an eine Kompositionsidee hatte, gelang mir das übrigens nicht. Im Laufe der Arbeit war da meist irgendwann die Luft raus.)

Auf diesem Blatt tauchten zunächst die grünen "UFO"s auf. Einfach, weil ich Lust darauf hatte. Als nächstes kam der Zaun hinzu. So ergaben sich zwei Bildebenen, mit denen ich weiter arbeiten konnte.

Möglicherweise hilft beim Umgang mit dem Nichtwissen der Blick über den Gartenzaun? Und der Kontakt zum Nachbarn?

 

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März 2016

„Arten im Gespräch zu sein [2]”

Zeichnung [Grafit auf Karton] | 2010 | 0,48 * 0,44m [im Passepartout 0,80 * 0,60m]

Liebe Leserinnen und Leser, mit welcher Geschichte kann ich für Sie dieses Bild erweitern?
Von zwei Frauen, die einander sehr verbunden sind, sich viel zu erzählen haben und dabei eine dritte stören?
Von der Perspektive, die diese Situation ganz unterschiedlich erlebbar macht? Etwa aus Sicht der dritten Frau, die sich unbehelligt entspannen wollte, jedoch nicht konnte oder mit dem Blickwinkel der beiden, die nun in ihrem Austausch unterbrochen und beeinträchtigt waren?
Wie dieses Bild entstand, ist mir entfallen. Wo auf der Fläche eigentlich wer ist, spielt keine Rolle mehr. Was mich daran immer noch berührt, sind die zarten, feinstofflichen Gewebe, die uns mit bestimmten Menschen verbinden und die hier für mich sichtbar werden. Manchmal spinnen wir uns in Gesprächsfäden einen eigenen Raum und blenden dabei die Umwelt aus. Das mag in dem Moment wunderbar sein, doch erst das Nebeneinander von unterschiedlicher Art In-Beziehung-zu-sein macht unser Leben reichhaltig.

 

 

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Februar 2016

„Tanz der Kaffeemusen”

Linografie (Tusche auf Karton); 2014; 0,17 x 0,23m

Welches tägliche Ritual pflegen Sie? Diese Frage im wöchentlichen Steckbrief des mdr-Kultursenders könnte ich mit dem folgenden Bild beantworten: Ich lasse den "Tanz der Kaffeemusen" geschehen. Dabei mache ich es mir morgens an meinem Tisch bequem, habe meist einen faszinierenden Text dabei und eine große Tasse belebenden Kaffees. Auf dieses Ritual verzichte ich nur ungern.
Nun habe ich mich in meinen "Bildern des Alltags" gefragt, was diesen Genuss eigentlich genau ausmacht? Zum einen sind es die persönlichen Feierminuten. Zum anderen geht es mir eher um den Geschmack des Kaffees: etwas bitter, sehr heiss, mit einer vollen, konvexen Körperlichkeit. Die Kaffeegeister strömen in mein Inneres und führen dort zu einem leichten Schwingen, so als würden sich Tänzer*innen fließend ausbreiten, um sich anschließend wieder zurückzuziehen.
Die Vergänglichkeit des Moments macht ihn besonders: ist die Tasse leer, hilft keine zweite, ganz im Gegenteil; der Genuss wäre nicht mehr spürbar und die belebende Wirkung würde in eine flattrige Überreaktion umschlagen. (Alles schon gehabt.)...

 

 

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Januar 2016

„Kalligrafie der Bewegung (Daniela, 32 J.)”

Monotopie (auf Japanpapier); 2008; 0,45 x 0,30m

 

Zum neuen Jahr wünsche ich Ihnen, dass Sie sich öfter Zeit nehmen können, die Essenz von Dingen und Handlungen zu erkunden, um anschließend mit der nötigen Klarheit und Einfachheit selbst aktiv zu werden.
Das Wesen eines Menschen schlicht mit nur einer Linie zu beschreiben, hat mich in den Kalligrafien der Bewegung gereizt. Wie bildet sich die Gestik eines Menschen im Raum ab? Was macht dessen Bewegung aus? Dafür wollte ich aussagekräftige, charakteristische Linien finden. Die folgende Monotopie: "Daniela, 32 J." erzählt von einer Frau mit einer sehr bestimmenden Persönlichkeit.
Das Faszierende an Monotopien – bei der die Farbe auf einer Glasplatte ausgewalzt wird, um dann von hinten auf das daraufliegende Papier zu zeichnen – sind neben dem lebendigen, weichen Strich die ungeplanten und unerwarteten Ergebnisse. Bei diesem Blatt spielte die vorherige Zeichnung auf der Glasplatte in die neue mit hinein. Die ungeplante Flächenaufteilung der Linie fand ich für das Blatt bereichernd.
So wünsche ich Ihnen 2016 ebenso einige unerwartete, freundliche Überraschungen und Klarheit im Handeln, die Ihr Dasein oder dass vieler Menschen bereichern!

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Dezember 2015

„Unerwarteter Auftritt”

Zeichnung (Tusche auf Bütten); 2014; 0,40 x 0,50m

Die Zeichnung, die ich Ihnen zur Adventszeit vorstellen möchte, entstand zunächst absichtslos durch das Nebeneinander von schwarzen und blauen Punkten. Es gab auch einen Zeitpunkt, an dem ich mit dem Blatt ziemlich unzufrieden war und schon fast aufgegeben hätte. Ich machte jedoch behutsam an einigen Stellen weiter und verdichtete sie. Plötzlich tauchte für mich im Vordergrund eine Figur auf und bekam ihren "Unerwarteten Auftritt". Von da an brauchte ich diese Idee nur noch zu verstärken...

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November 2015

„Rosenhauch Fantin Latour”

Linografie (Tusche auf Karton); 2015; 0,17 x 0,23m

In unruhigen Zeiten halte ich es dennoch für essentiell, innehalten zu können, um bewusst wahrzunehmen, was im Augenblick ist.
So habe ich in diesem Sommer eine Serie "Alltagsalbum" begonnen. Daraus sende ich Ihnen nun, angeregt vom Verstreichen der leuchtenden Farben in der Natur den "Rosenhauch Fantin Latour". Auf unserem Hof wächst ein Strauch dieser Rosensorte am Wegesrand. Der Duft der Blüten ist wahrhaft betörend. Wenn ich dort vorbeikomme, kann ich nicht anders und muss einen tiefen Zug nehmen, um danach jedesmal entzückt weiterzutaumeln.

 

 

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Oktober 2015

„Erkundendes Strömen”

Linografie (Tusche auf Bütten); 2015; 0,75 x 1,05m

Begeistert von den fruchtbaren Potentialen die im Dialogprozess nach David Bohm und Martin Buber offenbar werden können, unternahm ich Anfang 2015 den Anlauf, diese zu drucken und zu zeichnen.
Ich brachte den Dialog auf dem Papier so in Gang, wie ich ihn auch im realen Leben führe: Zunächst begann ich damit, einen Kreis für die räumliche Konstellation dieser Gesprächsform anzudeuten. Er bildete sozusagen "den Container" für den wachsenden Bilddialog. Idealerweise entsteht im Dialogprozess ein neues Denken in der Mitte zwischen allen Teilnehmenden.
Langsam tauchten erste Elemente und Strukturen als "Gesprächsbeiträge" im Kreis auf, inspiriert in ihrer Symbolik von einer tatsächlichen Erfahrung. Später löste ich mich vom realen Erlebnis und verband die einzelnen Bildelemente zu neuen Aussagen. So verschmolzen Strukturen und Farben in den Feldern. In der Verdichtung ging es mir im folgenden darum, den Charakter eines Dialoges insgesamt spürbar werden zu lassen. Die Wirksamkeit über den Kreis hinaus.

 

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September 2015

„Nichtwissen I”

Linografie (Tusche auf Karton); 2015; 0,17 x 0,23m

Oft halten wir es für selbstverständlich, ja geradezu unerlässlich, jederzeit zu wissen, was zu tun ist. Nur manchmal gibt es Situationen, die einfach neu für uns sind oder die uns sogar in ihrer Komplexität überfordern.
Derzeit faszinieren mich die Möglichkeiten des Nichtwissens, da ich diesen Situationen im beruflichen und privaten Alltag vermehrt begegne. Wenn ich ganz ehrlich bin, erkunde ich mit dem bildnerischen Gestalten eine Strategie, mich an das Nichtwissen heranzutasten. Hier sehen Sie eine ganz aktuelle Variante. Und nebenbei bemerkt: Mit diesem Arbeitstitel an das künstlerische Gestalten zu gehen, ist für mich sehr befreiend und erleichternd. Es ist alles möglich.

 

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Juli & August 2015

„Im Kreis”

Linografie (Tusche auf Bütten); 2012; 0,45 x 0,53m

Der Titel dieses Bildes hat aus heutiger Sicht für mich zwei Bedeutungen: Während wir damals zu zweit eine Runde um eine große Wiese drehten, versuchte ich ein persönliches Anliegen zu bearbeiten. Mein Gesprächspartner unterstützte mich dabei durch offene und einfühlsame Fragen. Dennoch gelang es mir nicht, das Problem zu lösen. Wir drehten uns also sowohl räumlich als auch thematisch im Kreis. Daraus entstand dieses Bild.
Inzwischen erlebe ich das "Im Kreis"- Sein eher als wahre Magie: wenn eine Gruppe im Kreis sitzt, um miteinander zu sprechen, und die Mitte frei bleibt. Das Gespräch im Kreis ohne Hierarchien und Tische dazwischen hat etwas sehr Kraftvolles und Fruchtbares. So ist mittlerweile der Titel "Im Kreis" viel zukunftsweisender für mich geprägt.

 

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Juni 2015

„Peter”

Linografie (Tusche auf Bütten); 2011; 0,90 x 0,65m

Vor einiger Zeit beschäftigte ich mich damit, wie ich Menschen auf den ersten und später auf den zweiten Blick wahrnehme. Einige der Skizzen dazu setzte ich als großformatige Linografien (eine Mischung aus Handdruck und Zeichnung) um. Solch ein Bild stelle ich Ihnen hier vor.

Peter* ist ein Kollege. Ich erlebte ihn zunächst als warmherzigen, verwurzelten und kraftvollen Menschen. Seine künstlerischen Arbeiten bildeten für mich jedoch dazu einen starken Kontrast. Als Vetreter der Konkreten Kunst stehen für ihn formale Fragen und Möglichkeiten im Vordergrund. Seine Arbeiten sind formvollendet, wirken auf mich allerdings sehr kühl und rational.
Meine Eindrücke von seiner Ausstrahlung als Person und die Widersprüchlichkeit in meiner Wahrnehmung zu seiner Kunst wollte ich in diesem Bild zeigen.
* Name geändert

PS: Heute würde mein Bild "auf den zweiten Blick" einen weniger kontrastreichen Eindruck vermitteln.

 

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Mai 2015

„Diffusion”

Zeichnung (Farbstift auf Karton); 2012; 0,17 x 0,23m

Manchem von Ihnen mag der Bildtitel bekannt vorkommen. Diese Farbstiftzeichnung war der Ursprung der späteren Linografie "Diffusion" in der Serie "Atmosphären", die ich Ihnen im März 2013 vorgestellt habe: Bild des Monats/ Archiv/ März 2013
Voraus ging dieser Studie ein beobachtetes Gespräch, in dem mich die Bewegung der Gedanken zwischen den zwei Gesprächspartnern verzauberte. Wie sich das Denken (und Sprechen) durch achtsames Zuhören veränderte, wollte ich mit dieser Zeichnung zum Ausdruck bringen.
Mein Anliegen war, die Beweglichkeit und Veränderbarkeit der Schichten zu zeigen. Für diese Atmosphäre wählte ich drei Farben, die in ihrem Zusammenklang die Situation für mich passend beschreiben.

 

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April 2015

„Stundentakt”

Zeichnung (Tusche auf Bütten); 2013; Blatt 0,75 x 1,05m

Bei dieser Zeichnung (und bei dem derzeitigen stürmischen Aprilwetter) kommen leicht Assoziationen von vorbeiziehenden Wolken auf. Dennoch spielte das beim Entstehen des Bildes für mich keine Rolle.
Einzig und allein die Wahl der blauen Tinte und die Idee, an jedem Tag während etwa einer Stunde ein Rechteck punktend zu füllen, waren ausschlaggebend. Während der Arbeit deckte ich die umliegenden Felder ab und ließ mich von deren Komposition nicht beeinflussen.
Jeder Tag ist anders, jede Stunde ist neu: mal werden die Punkte ganz leicht und zart, mal entsteht eher eine kräftige Fläche; mitunter geht es schnell von der Hand, zuweilen zieht es sich zäh.

 

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März 2015

„Du willst ja sowieso nicht mit mir reden!”

Linografie; 2011; 0,63 x 0,43m

Bilder zu ganz konkreten Gesprächssituationen anzufertigen, stellte ich mir im Jahr 2011 als Aufgabe. Zuerst skizzierte ich jeweils Erlebnisse vom Vortag. Später habe ich daraus einige vergrößert in einer Mischtechnik umgesetzt. Damals begann ich mit Stempeln zu arbeiten, weil in unserer Kommunikation ebenso oft ähnliche Muster wiederkehren.
So entstand auch diese Linografie aus einer täglichen Skizze. Damals bekam ich zu hören: "Du willst ja sowieso nicht mit mir reden!". Welche Wucht solch ein Vorwurf hat und welche stachlige Abwehr er bei mir erzeugte, verarbeitete ich in der Komposition und der Auswahl an Formen.

 

 

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Februar 2015

„Anna und Carlo (39 und 11 J.)”

Monotopie auf Japanpapier; 2008; 0,45 x 0,30m


Haben wir als Individuen eine jeweils eigene Form der Bewegung, die sich in einer Linie oder einem Zeichen darstellen lässt?

Zu Zeichnungen dieser Art wurde ich auf einem Tanzworkshop inspiriert, währenddessen wir die Aufgabe erhielten, unsere Kalligrafie des Tages in einer Bewegung zu finden. Danach fing ich an zu beobachten, was die Bewegung oder Haltung bestimmter, mir bekannter Menschen ausmacht, und entwickelte dazu für jedes Individuum ein linienhaftes Zeichen. So konnten sich auch zwei Personen auf meinen Blättern "begegnen". In "Anna und Carlo" sehen Sie Mutter und Sohn, die eine bodenständig und fest auftretend, der andere luftig, hüpfend, verspielt.

Bei einer Monotopie wird die Farbe flächig auf einer Glasplatte verteilt, das Blatt darauf gelegt und von hinten gezeichnet. Das eigentliche Ergebnis wird erst am Ende sichtbar: Das Blatt wird abgehoben und die Farbe haftet dort, wo auf der Rückseite der Strich geführt wurde. Die Linien bleiben beim genaueren Hinschauen sehr offen und lebendig. Das macht für mich unter anderem die Faszination dieser Technik aus.

 

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Januar 2015

„Elisabeth”

(Der erste Blick)

 

Zeichnung (Farbstift auf Karton); 2011; 0,17 x 0,23m

Diese Zeichnung ist für mich- und hoffentlich auch für Sie- ein wunderbarer Einstieg ins neue Jahr. Sie stammt aus der Serie von Wesensportraits, die ich von einzelnen Menschen angefertigt habe.
Während ich mich mit dieser jungen Frau unterhielt, sprang sie leichtfüßig den Berg hinab und erzählte dabei so heiter und gelöst von ihren Erfahrungen, dass ich zu ihr diese Zeichnung machte.
Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen ebenfalls etwas von diesem Frohsinn und der Unbeschwertheit!

 

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Dezember 2014

„En passant”

Linografie (Tusche auf Bütten); 2012; 0,21 x 0,10m; im Passepartout 0,30 x 0,24m

In diesem Monat habe ich eine Zeichnung für Sie ausgewählt, die für mich die Situation auf der Kunstmesse artthuer sehr passend wiederspiegelt. Dort habe ich einige von Ihnen getroffen:
Wir befanden uns in einem stetigen Fluss: Sie als Besucher beim Flanieren und Schauen über die Messe, ich an meinem Stand bei der Kontaktaufnahme.
Ab und zu gelang es mir, Besucher zu interessieren und ich bekam ein Gegenüber für einen Austausch. Ein Gespräch mit einem gegenseitigen Geben und Nehmen entspann sich. Jeder brachte seine persönliche Haltung, Sprache und Geschichte ein. Einige Unterhaltungen lösten im Abklingen auch noch Emotionen bei mir aus.
All das schwingt für mich in dieser Zeichnung mit und vielleicht kennen Sie ganz ähnliche Situationen, auf die das Bild zutreffen könnte.
Oder Sie erfreuen sich einfach so daran.

 

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November 2014

„Es passiert”

Zeichnung (Tusche auf Bütten; 2014)
Blatt 0,75*1,05m

Bei welcher Gelegenheit gelingt es Ihnen, den Dingen beim Entstehen ehrfürchtig zuzusehen und was haben Sie dabei erlebt?
Bei diesem Bild machte ich die Erfahrung, was sichtbar werden kann, wenn ich "nur" aufmerksam und entdeckerfreudig den Prozess begleite.
Erneut steckt hier meine Leidenschaft für fruchtbare Gespräche in der Zeichnung. Während ich zunächst die einzelnen Vierecke in gleichen Zeitabschnitten punktend "füllte", telefonierte ich intensiv. Die einzelnen Punktverdichtungen entstanden so eher absichtslos, da ich mich auf die Gespräche konzentrierte. In einem zweiten Schritt begann ich die entstandenen Formen über die Vierecke hinaus zu vergrößern und miteinander zu verweben.
Es war sehr spannend zu beobachten, wohin das führen würde. Tagelang schlich ich um das Bild und fragte mich, was es wohl werden wollte. Irgendwann ereilte mich überraschend eine Antwort, die ich dann in der Zeichnung weiter verfolgte und verstärkte.

Es passiert eben, wenn ich es nur lasse.

 

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Oktober 2014

„Zwiegespräch am 11.02.13”

Zeichnung (Tusche und Farbstift auf Bütten; 2013
0,38*0,53m

Zwei vertraute Menschen sitzen einander gegenüber, um ein Zwiegespräch zu führen.
Auch in der persönlichen Nähe gibt es Entfernungen zwischen dem Ich und dem Du, die mit Worten immer wieder neu überbrückt werden wollen. Zart tastend werden Gesprächsfäden ausgeworfen, erkundend im Fragen und offen in der inneren Einstellung. Durch die Brücke der Verbindung wird das Vertrauen gestärkt. Wenn beide Partner sich gegenseitig warmherzig mitteilen, kann Neues, Unbekanntes zum Blühen kommen. In diesem Bild habe ich die Erfahrung eines solchen Zwiegespräches zu Papier gebracht.

 

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September 2014

Vor uns - Nach uns

Japanpapier und Rauch; 2014
0,59*0,45m, fünflagig
Foto: Roland Obst

Unser menschliches Eingebundensein im wiederkehrenden Kreislauf der Generationen zu zeigen, ist mein Anliegen bei der Installation "Vor uns - Nach uns". Es geht mir darum, Verantwortung spürbar zu machen. Die papierenen "Sequenzen" - von denen es sechs Stück gibt- sind Teile der Gesamtarbeit "Vor uns - Nach uns". Jede einzelne "Sequenz" kann auch für sich stehen.
Auf diese Arbeit trifft die Bezeichnung "Bild" im klassischen Sinne eher weniger zu. Es ist vielmehr eine Schichtung von fünf feinen Lagen aus Japanpapier, beidseitig anzuschauen. Die Staffelungen und Transparenzen dienten mir als gestalterisches Mittel. So stehen die eingebrannten, figürlichen Silhouetten imaginär für die Schichten jedes Individuums und die der ganzen Menschheit.
Die Arbeit kann gut an einem Fenster oder frei im Raum hängen. Am besten wirkt sie im Gegenlicht.


Lesen Sie hier mehr zur Gesamtinstallation "Vor uns - Nach uns".

 

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Juli & August 2014

„Sonnentanz”

Acryl auf Papier, gespachtelt; 2009
im Passepartout 50*70cm

Das helle, sommerliche Licht, die damit verbundenen Schattenspiele und die Freiheit in der Urlaubssaison, lassen mich das aktuelle Bild des Monats mit Leichtigkeit angehen. So möchte ich Ihnen eine Arbeit aus der Reihe "Gedankenmuster" vorstellen, in der ich sehr spontan und wenig geplant vorging.
Meine Aufgabe war es damals, die Überlagerung der unzählbaren Eindrücke, die entweder auf uns einströmen oder aus unserem Unterbewussten auftauchen, zu verbildlichen; den Tanz der Gedanken sozusagen in Muster zu bringen. Damals arbeitete ich experimentell. Jede neue Farbe, jede neue
Spachtelform rief weitere Ideen hervor. Der gesamte Boden meines Ateliers war mit trocknenden Papierbögen übersät. Immer wieder trug ich neue Farbschichten mit dem Spachtel auf, angetrieben von Entdeckerlust.
Für den Juli und August habe ich Ihnen ein besonders sonniges Exemplar dieser Reihe herausgesucht.

 

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Juni 2014

„Bis zum Hals”

Zeichnung (Tusche auf Bütten); 2013
21 * 30cm (Blatt 40 * 50cm)

Bei dieser Zeichnung ging ich anfangs der Frage nach:
Wie klingen Blau und Schwarz zusammen? Würden sich "innere" Bilder in der Struktur ergeben, wenn sich monochrome Punktebenen überlagern?

Nach den ersten beiden Schichten war wenig Bewegung in der Zeichnung, also verdichtete ich die Fläche weiter und entdeckte plötzlich am unteren Bildrand die jetzt noch sichtbaren Figuren.
Sie tauchten sozusagen aus den Punktfluten auf. Oder in ihnen unter?

Ich wünsche Ihnen spannungsvolle Entdeckungen an dieser Zeichnung und an anderen Bildern...

 

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Mai 2014

„Aufbruch”

Zeichnung (Farbstift auf Karton); 2012; 0,25 * 0,37m


Eine Schale bricht auf,
etwas Neuartiges kann sich entfalten,
eine weitere Reise beginnt.


Dieses Bild zeigt solch einen Aufbruch, den ich während eines Zwiegespräches beobachten konnte. Ein körperliches Unbehagen löste sich bei einer der Beteiligten und vollkommen neue Gedanken wurden für sie frei.

 

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April 2014

„Tischgespräch zu dritt”

Linografie (Tusche auf Bütten); 2011; 0,30 * 0,43m

Dieses Bild des Monats zeigt ein "Tischgespräch zu dritt".
Nun fragt sich vielleicht mancher von Ihnen, wo denn nun der-die-das Dritte sei? Diese Antwort möchte ich Ihnen nicht vorwegnehmen. Auf jeden Fall scheinen zwei Figuren im Bild ziemlich dominant, oder? Und vielleicht kommen Ihnen solche Situationen bekannt vor.
In der Serie "Gesprächsstoff", zu der diese Linografie gehört, spürte ich Qualitäten unserer alltäglichen Kommunikation nach: Wie sind die Teilnehmenden im Raum verteilt? Wie ist mein Bezug zu den anderen? Wie ist der Gesprächsfluss: leise plätschernd, ruhig strömend, kraftvoll, zerstörerisch...? Beim Zeichnen benutzte ich zusätzlich wiederkehrende Muster mit Hilfe von vorgefundenen oder aus Linoleum geschnittenen Stempeln, die meinen Eindruck in der Zeichnung unterstreichen.

 

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März 2014

„Portrait. (AR)”

Zeichnung (Farbstift auf Karton); 2012; 0,23 x 0,17m

Nach einigen eher kontemplativen Arbeiten, die ich Ihnen in den vergangenen Monaten vorstellte, möchte ich diesmal einen kräftigen Akzent setzen.
In meinen Portraitstudien lasse ich mich weniger treiben, sondern suche sehr genau nach Form und Ausdruck.

Dabei geht es mir nicht darum, die Person real abzubilden, sondern so, wie ich sie wahrnehme, fühle gewissermaßen. Wenn ich jemand in einer Zeichnung charakterisieren möchte, stelle ich mir diese Person sehr intensiv vor: Was macht sie aus? Welche Körperhaltung, welche Bewegungen sind charakteristisch? Stechen bestimmte Wesenszüge hervor? Dafür zeichne ich so lange Formen, bis sie mir stimmig erscheinen. Eine große Rolle spielt für mich dabei, wie und in welcher Größe die Form im Bild sitzt. Oft sind schon kleinste Veränderungen in Winkel und Abstand entscheidend. Gerade die Größe in Bezug zum Format ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hat mit der Präsenz der Person zu tun. Somit entsteht ein sehr subjektives, abstraktes Portrait.

 

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Februar 2014

versunken

Ätzradierung/Aquatinta; 2013; 0,09 x 0,20m

Im vergangenen Jahr wurde ich zu einer Druckwerkstatt nach Löhma eingeladen. Solche Angebote, das eigene Atelier zu verlassen, Neues auszuprobieren und zeitweilig gemeinsam mit Kollegen zu arbeiten, sind für mich sehr reizvoll. Bei diesen Gelegenheiten versuche ich, von meiner gewohnten Arbeitsweise einen Bogen zum Neuen zu schlagen. Das Neue waren für mich in diesem Fall die Drucktechniken. Das Gewohnte lag im absichtslosen Punkte setzen, im Entstehenlassen- über dieses Projekt habe ich bereits ausführlich geschrieben. ("Die Poesie der Absichtslosigkeit", Oktober 2013)

Im Probieren und Testen in Löhma erschien dieses Schwebeteilchen hier, dass die Fragen nach dem "Woher?" und dem "Wohin?" offen lässt.-

 

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Januar 2014

„In uns”

Zeichnung; Tusche auf Bütten; 2010; 0,47 x 0,61m

Zum Jahreswechsel versuche ich stets aufs neue, mir über meine persönlichen Ziele und Visionen klar zu werden. Deshalb möchte ich Ihnen im Bild des Monats Januar eine Arbeit vorstellen, die sich mit erlebter Zeit beschäftigt.
Jede der Linien stellt jeweils einen Pinselstrich von links nach rechts dar. Einzige Aufgabe dabei für mich war, den Pinsel an zwei Stellen im Blatt so weit anzuheben, dass nur noch dessen Spitze das Papier berührt und jeweils ein schmaler Strich entsteht. Der Pinsel muss am Anfang gut mit Tusche gefüllt sein, um die Linie bis zur anderen Seite ziehen zu können. Jeder dieser Striche erfordert Konzentration und ein ganz-bei-mir-sein. Ein innerliches Abschweifen der Gedanken, ein nicht-bei-der-Sache sein, zeigt der Tuschepinsel unweigerlich durch Unregelmäßigkeiten in der Strichführung.
Wenn Sie so wollen: füllen wir ebenso Linie um Linie unser Leben.
Ich wünsche Ihnen ein von Lebendigkeit erfülltes neues Jahr!

 

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Dezember 2013

„In Gedanken”

Zeichnung; Tusche auf Bütten; 2010; 0,29 x 0,50m (im Passepartout 0,50 x 0,70m)

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie unsere Gedanken eigentlich aussehen?
Vor einigen Jahren zeichnete ich in einer Serie von sechs Arbeiten einige Muster und Strukturen dazu. Das eisblaue Bild schien mir wegen seiner Farbigkeit nun für den Dezember als Angebot besonders passend.
Mich interessierten beim Zeichnen damals besonders Aspekte der Komposition: Welche Gebilde erhalten durch ihr Aussehen und ihre Lage Bedeutung? Einige Formen kommen im Bildraum nach vorn, andere bleiben im Hintergrund.
Diese Beobachtungen lassen sich auf unsere Gedankenwelt übertragen.

 

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November 2013

„Die Poesie der Absichtslosigkeit”

6 Zeichnungen aus der Serie; Tusche auf Bütten; 2013; je 0,11 x 0,15m (Blattformat 0,18 x 0,24m)

Hier möchte ich Ihnen sechs kleinformatige Arbeiten vorstellen, die ebenso in der Serie der "Poesie der Absichtslosigkeit" entstanden sind, wie schon das Bild im Oktober. Die Zeichnungen sind von mir als Einladung an Sie gedacht, sich im oftmals hektischen Alltag für einen Moment ganz dem Augenblick hinzugeben. -
Und diesem. -
Und diesem. -
Und diesem. -
Im Moment zu verweilen und wahrzunehmen, was jetzt gerade ist.
Punkt  und
Punkt  und Punkt und
Punkt  und Punkt und Punkt.
Das sind die unzähligen Punkte, die meine Hand in den Zeichnungen gesetzt hat. Mein Kopf hat dabei nur beobachtet, was auf dem Papier entsteht und höchstens im Unterbewusstsein gesteuert. Mein Anliegen war es, möglichst jede Wertung zu vermeiden. Selbst durch den Wechsel der Farbpatronen entstehen unberechenbare, fließende Verläufe. Diesen Prozess zu beobachten, ist jedesmal sehr reizvoll für mich.

 

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Oktober 2013

„Der Punkt und das Gewebe”

Digigrafie (1.Aufl. 10 St)/ Zeichnung (Tusche auf Bütten); 2013; 0,40 x 0,50m

Diese Zeichnung gehört zu einer ganzen Reihe von Arbeiten, die in diesem Jahr enstanden sind. Sie hatten zwei Überschriften für mich: zum einen das Hinhören und zum anderen die Poesie der Absichtslosigkeit. Ich nutze oft das Telefon, um von Mötzelbach aus meine Kontakte aufrecht zu erhalten. Während zahlreicher Telefonate habe ich mich entschieden, dem achtsamen Hinhören in Form von absichtslos gepunkteten Bildern Ausdruck zu verleihen. Daraus entstand diese Reihe.
Hinhören bedeutet für mich: es geschehen zu lassen, mich einem inneren Fluss anzuvertrauen, ähnlich wie der Gärtner sich in den Fluss des Lebens begibt, nach bestem Wissen aussät, pflanzt und sich um das Wohlergehen der Pflanzen kümmert. Ihm bleibt am Ende nichts, als sich dem Wachsen anzuvertrauen und sich zu erfreuen. Was genau entsteht, kann er nicht bestimmen. Für mich sind die Bilder dieser Reihe ein Schritt des Loslassens. Ich gebe lediglich einen Rahmen vor und das Bild wächst aus sich heraus. Ohne beliebig zu sein, lasse ich zu und erfreue mich im Werden an der überraschenden Vielfalt und Lebendigkeit. Womit ich wieder bei meiner Art des Hinhörens ankomme.

Diese Bild nun, von denen ich Ihnen in diesem Monat Drucke in Museumsqualität zu einem erschwinglichen Preis anbieten möchte, entstand zur Aktion des Hörenden Fußmarsches. Genaueres dazu können Sie hier lesen:
sibylle-reichel.de/kommunikation/visualisierung

 

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September 2013

„Tanzende Schatten II/4”

Zeichnung/ Collage (Tusche/ Japanpapier)
2005; 0,60 x 0,80m

Nicht nur im Sommer, wenn wir auf Reisen sind, kommen wir in Bewegung. Wir sind es immer, und wenn nicht körperlich so in Gedanken.

Den zahlreichen Nuancen der Bewegung habe ich 2005 nachgespürt und sie mit Tusche und Spachtel gezeichnet. Den Spachtel führte ich ganz verschieden über das Papier: fließend, stockend, rhythmisch, verträumt, zögernd - eben je nachdem, was ich für eine Bewegung im Sinn hatte. Meine Hand wurde zusammen mit dem Kopf zur Reisenden, bis ich ganz in diesem Projekt aufging.
Einzelne Bewegungsmuster aus dieser Reihe habe ich - wie hier in diesem Bild - herausgegriffen und mich gefragt: Was nehmen wir eigentlich noch wahr, wenn wir so in Bewegung sind? Worauf richten wir unsere Aufmerksamkeit? Im Bild wird es durch die Collage sichtbar. Es sind einzelne Ausschnitte, Details und kann niemals alles sein. Jede und jeder von uns wählt nach eigenen Prinzipien aus, was persönlich von Bedeutung ist. Auch auf unserem Lebensweg.
Sich diese eigene Auswahl abundzu mal vor Augen zu führen, halte ich für aufschluss- und hilfreich.

 

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Juli & August 2013

„Fluten”

Linografie (Tusche auf Bütten)
2012; 0,45 x 0,53m; (Repro: atelier nerlich)

Dieses Bild birgt für mich die Erfahrung der Chancen eines Neubeginns. Dafür musste ich das Alte zunächst loslassen können.
Die Arbeit war im vorigen Jahr mein erster Versuch der "cranberries", welche unter >Zeichnungen/ Atmosphären< zu sehen sind. Ich hatte das Bild damals genau im Kopf und begann voller Enthusiasmus mit der Umsetzung.
Wie groß war die Enttäuschung, als ich mir seine Spannungslosigkeit eingestehen musste! Wegwerfen oder neu beginnen stand die Frage?
Ich entschied mich für letzteres und habe als radikale Veränderung die weiße, lineare Struktur darübergelegt. Sie machte einen Neuanfang möglich, ohne ganz auf die innewohnenden Potentiale des ersten Versuchs zu verzichten. Der erste Start liegt noch darunter, fließt als Erfahrung mit ein.
Herausgekommen ist ein Geschenk für mich, ein anderes Bild, geflutet mit neuen Ideen.

 

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Juni 2013

„Hinhören und Gold waschen”

Zeichnung (Tusche auf Bütten); 2013; 0,40 x 0,50m

Sicher führen auch Sie viele Telefonate. In den letzten Monaten habe ich mich entschieden, während dieser Gespräche zahlreiche Punkte zu machen. Dabei bin ich auf der Suche danach, was das Hinhören ausmacht:
Wie hören wir hin, wenn uns jemand etwas erzählt? Nehmen wir nur die Fakten wahr oder auch die Zwischentöne? Hinter welchen Worten wird unser Gegenüber mit seinen Wünschen und Hoffnungen sichtbar? Hören wir mit dem Herzen, mit dem Kopf oder ganz anders? Schenken wir unserer inneren Stimme Gehör? Was kommt im Kern bei uns an?
PS: Wenn Sie Teil des Projektes werden möchten, lade ich Sie gern zu einem Telefongespräch ein. Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit mir!

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Mai 2013

Studie Portrait M.

Zeichnung (Farbstift)
2011; 23 x 17cm

Wie nehmen wir Menschen wahr? Welches Bild von ihnen bleibt in unserem Gedächtnis? Ist es immer nur der äußere Anblick? Oder bewahren wir Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen ebenso in bildlicher Form?
In den Portraitstudien ging ich der Frage nach, welche Farben und Formen ich nutzen kann, um das Wesen bestimmter Personen abzubilden. Bei einigen Menschen ist mir die Art, wie sie sich bewegen, ins Auge gefallen oder ihre Haltung. Manchmal war es auch ein hervorstechender Wesenszug, den ich in eine Formensprache übersetzt habe.
Dieses Portrait zeigt einen Tänzer, den ich neben seinen weichen Bewegungen sehr stark und vom Zentrum aus agierend erlebt habe. Hinzu kam eine heitere Offenheit...

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April 2013

o.T. (Aktzeichnung)

Tusche auf Japanpapier
2011; 0,32 x 0,22m; im Passepartout 0,50 x 0,40m

Im April möchte ich Ihnen ein sinnliches Bild vorstellen, welches in einer Zeit entstand, in der ich mich besonders intensiv mit fernöstlicher Tuschmalerei beschäftigt habe.
"Der Kern der Tuschmalerei ist für mich die Achtsamkeit, das Gegenwärtigsein in jedem Pinselstrich." (K. Shepherd-Kobel)
Jede Bewegung des Pinsels zeigt das Wesen der dargestellten Form, weniger deren Umriss. Jeder Schwung ist eine Form. Und jedes Absetzen zwischendurch, ebenso jedes Zögern, würde unerwünschte Spuren hinterlassen.
Dabei fließt der Atem frei, gibt sich dem Moment des Pinselstriches hin.
Alles Wollen: loslassen.
Der Pinsel fühlt in dem Moment die Form, dahinter ebenso: die Hand, das Auge, der ganze Körper. Dafür ist Konzentration und ganze Hingabe unerlässlich. Und wenn es gelingt, stellt sich Zufriedenheit ein!

 

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März 2013

Diffusion

Digigrafie (Aufl. 10 St.)/ Linografie (Tusche auf Bütten)
2012; 0,33 x 0,38m; (Repro: atelier nerlich)

Diese Atmosphäre rührt von einem idiolektischen Gespräch zwischen zwei Menschen, welches ich vor einem Jahr beobachten konnte. Eine offene, lernende Haltung führte zu einem frohen, wechselseitigen Geben und Nehmen beim miteinander reden. Die Fragende sog die Impulse ihres Gegenübers förmlich auf und fügte diese in ihr Denken ein. Sie verwob die Anregungen mit ihren eigenen Erfahrungen und entwickelte eine hohe kommunikative Kompetenz. Das Bild von ihrem Gedankengebäude veränderte sich in den neuen Schichten des Gesprächs. Die Muster überlagerten sich, beeinflussten sich gegenseitig und gewannen an Tiefe.
Mich persönlich macht es gerade ebenso froh, lernen mit Spaß zu erleben und dabei Veränderungen an mir und meiner Umwelt zu bemerken.

(Im Angebot dieses Monats sind Digitaldrucke, etwa halb so groß wie das Original. Die mit einem Wasserzeichen versehenen Drucke moderner Kunst haben Museumsqualität. Jedes Blatt der Auflage von 10 Stück ist nummeriert und damit ebenso ein Original.
)

 

 

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Februar 2013

„So nah und doch so fern”

Linografie (Tusche auf Bütten)
2011; 0,63 x 0,43m


Liebe Leser,
heute möchte ich Sie auf einen kleinen persönlichen Exkurs mitnehmen.

Diese Arbeit erzählt von der Warhnehmung, bei aller Verbundenheit mit der Welt, auch immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen zu sein.
In einem Telefongespräch mit einer engen Freundin bemerkte ich unsere starke gefühlsmäßige Nähe und gleichzeitig, dass zwischen uns nicht nur die räumliche Entfernung bestand, sondern ebenso die von Mensch zu Mensch. Die Parallele von Nähe und Ferne mag paradox erscheinen, manchmal lässt sie mich auch verzweifeln.
Diesem melancholischen Gefühl habe ich hier Ausdruck verliehen.

 

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Januar 2013

„Einssein”

Zeichnung (Tusche auf Karton)
2008; 0,92 x 0,53m; im Passepartout 1,00 x 0,70m


Liebe Leser und Kunstbetrachter,
zu Beginn des neuen Jahres wünsche ich Ihnen Lebensfreude und den Mut, immer mal wieder nach den Sternen zu greifen!

Die Zeichnung, die ich Ihnen für diesen Monat ausgesucht habe, entstand direkt neben der Tanzfläche. Während eines Tanzes erlebte ich in mir eine Bündelung von Kraft und Energie, die punktgenau in einem Sprung kulminierte. Dieses Hochgefühl übertrug ich unmittelbar auf das Papier.

Mögen uns allen öfter solche Momente begegnen!

 

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Dezember 2012

„cranberries”

Digigrafie (Aufl. 7 St.)/ Linografie (Tusche auf Bütten)
2012; 0,55 x 0,47m; (Repro: atelier nerlich)

... im Frühjahr zu zweit an einem See in der Sonne sitzen, auf das leuchtende Maigrün und die Wasserfläche schauen, Cranberries aus dem Studentenfutter sammeln und über diese in ein vielfältiges Gespräch einsteigen...
Dies führte bei mir im Atelier, einige Zeit später, zu einer Überlagerung all dieser Eindrücke in der vorliegenden Linografie.

Nachdem die Digitaldrucke der Serie "Atmosphären" in den kleinen Formaten auf der Kunstmesse solchen Anklang gefunden haben, biete ich Ihnen im Dezember nun das Bild "cranberries" als Digigrafie in der gleichen Größe wie das Original an.
Der Druck hat Museumsqualität und jedes Blatt der Auflage von 7 Stück ist nummeriert.

Noch einmal zur Verdeutlichung der Technik, weil ich danach oft gefragt wurde: Linografien sind Handdrucke mit vorgefundenen oder aus Linoleum geschnittenen Stempeln, kombiniert mit der klassischen Zeichnung.

 

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November 2012

„Angenehme Bekanntschaft”

Linografie (Tusche auf Bütten); 2011; 0,30 x 0,43m
(Repro: atelier nerlich)

Vom 09. bis zum 11. November 2012 findet erneut die Thüringer Kunstmesse „artthuer“ in Erfurt statt. Aus diesem Anlass habe ich für das Monatsangebot im November ein allseits beliebtes Bild ausgewählt:
Manche Begegnungen im Leben sind für mich wie „Kaffeetrinken“, wobei das "Kaffeetrinken" meinen Inbegriff von Wohlgefühl darstellt.Für andere ist es vielleicht das "Teetrinken" oder das "Im-Wald-spazieren-gehen", was auch immer. Von Anfang an entfaltet sich eine warme und entspannte Grundstimmung. Mit Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung entsteht ein gegenseitiger Austausch. Beschwingt und bereichert geht man wieder auseinander. „Angenehme Bekanntschaft“ entstand nach einer solchen Begegnung im vergangenen Jahr.
Nun wünsche ich Ihnen und mir für die kommende Zeit einige solcher angenehmen Bekanntschaften, vielleicht auch auf der "artthuer" in Erfurt!


- Linografien sind übrigens Handdrucke mit vorgefundenen oder aus Linoleum geschnittenen Stempeln, kombiniert mit der klassischen Zeichnung.
Besondere Freude bereitet es mir, die Stempel- die auch oft etwas mit der Person zu tun haben- auszusuchen. Bei diesem Bild kam zum Beispiel ein Bär (Modell „Lieblingsteddy“) aus einem alten Kinderstempelsatz zum Einsatz.

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Oktober 2012

„Achtstundentag”

Zeichnung (Tusche auf Bütten); 2011; 0,40 x 0,50m

Was entsteht, wenn man acht Stunden lang Punkte auf dem Papier macht?
Diese Zeiteinheit wird vielen von Ihnen bekannt sein.
Bei mir füllte sich eine Fläche in der Größe eines A4- Blattes. Die Zeichnung wirkt ganz und gar nicht monoton, wie die Tätigkeit es vielleicht vermuten lässt. Im Gegenteil, die vielen Gedanken, die in dieser Zeit durch den Kopf wandern, bilden sich als äußere Verschiebungen der Punkte ab und machen so das Blatt zu einem schwingenden Erlebnis. In der bewegten Struktur sind immer wieder neue Dinge erkennbar. Die Punkte beginnen sich einander zu nähern und sich wieder zu entfernen, kreisen, tanzen und schließen sich zu neuen Formationen zusammen.

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September 2012

„Leuchtende Augen”

Zeichnung (Farbstift); 2012; 0,17 x 0,23m

Freude und sprühende Energie bei seinem Gegenüber hervorzurufen, ist immer wieder ein Genuss...
Davon kündet dieses Bild-des-Monats. Es steht als Sinnbild für meine aktuelle Ausstellung.
Unter anderem die Idiolektik als Gesprächsform legt besonderen Wert darauf, den Gesprächspartner zu seinen eigenen Potentialen zu führen, aus denen er Kraft schöpfen kann. Wenn das gelingt, beginnen die Augen schon mal zu leuchten. So wie hier bei einem eindrucksvollen Dialog, den ich im Frühjahr mitverfolgen konnte und wozu ich dieses Bild anfertigte. Zu Beginn erschien mir der Mann in sich zusammengesunken und wie ein Fels. Als aber das Gespräch auf für ihn reichhaltige Erinnerungen und Erfahrungen kam, lebte er sichtlich auf...

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Juli & August 2012

„WohlSein”

Zeichnung (Farbstift); 2012; 0,22 x 0,30m

Gleich zu Beginn möchte ich mich bei Ihnen für die zahlreichen Antworten bedanken, die ich im Juni auf meine Frage, wohin die Zeichnung sie führt, von ihnen erhalten habe. Für mich ist es eine große Freude mit Spaß zu lernen und sehr bereichernd auf diese Weise über die Bilder mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Im diesjährigen Sommerbild verbinden sich für mich Erinnerungen an wunderbar haptische Erfahrungen und visuelle Wahrnehmungen auf der Oberfläche einer keramischen Schale, Assoziationen zu einer warmherzigen Freundin mit einer großen kommunikativen Kompetenz und mein allgemeines Lebensgefühl Anfang des Jahres.
Nun heißt das Bild ganz einfach "WohlSein".

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Juni 2012

 

"Traum"

Zeichnung (Tusche auf Bütten)
2010; 0,38 x 0,43m

 

Im Juni möchte ich Sie zu einer Gedankenreise verführen:

Dieses Bild hat im Jahr 2010 eine neue Phase in meiner Arbeit als Bildende Künstlerin eingeleitet, in der ich mich seitdem mehr der Zeichnung (von Bildern von Gesprächen und wie wir miteinander reden) zuwende. Die Arbeit entstand ganz spielerisch, ohne Absicht und erschien mir wie ein Traumbild. Für mich war dieser Traum eine Reise zu neuen Arbeitsfeldern (denen der Kommunikation und der visuellen Wahrnehmung davon) und vielen interessanten menschlichen Begegnungen.

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Mai 2012

unverbindlich

Lichtfilter (Japanpapier, Vlies)
2006; jeweils etwa 1,55 x 0,22m

 

Zur Kirschblüte kam ich auf den Gedanken, Ihnen im Mai als Bild-des-Monats eine meiner Papierarbeiten anzubieten. Unter anderem mit diesen „Lichtfiltern“ begann ich meinen Weg als Bildende Künstlerin. Zur Kirschblüte fallen sie mir ein, weil sie auch etwas sehr Leichtes und Durchscheinendes an sich haben. Im Gegenlicht, beispielsweise vor einem Fenster, leuchten sie immer wieder etwas anders und können durchaus als moderne Kunst wahrgenommen werden.

(Hinweis: Auf einer Spannseilgarnitur lassen sich die Lichtfilter vor einem Fenster sehr gut verschieben.)

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April 2012

„Begegnung I”

Zeichnung (Grafit auf Karton)
2008; 0,48 x 0,32m; im Passepartout 0,70 x 0,50m

Im Juli 2008 stand ich mit einer Freundin in rosa angemalten Anzügen, die zu einer Immendorff- Ausstellung gehörten, in der Fußgängerzone in Saalfeld (in der Nähe von Jena). Wir wollten mit den Leuten in Kontakt kommen, zuerst nonverbal und später auch miteinander reden. Darauf eingelassen haben sich nur wenige Passanten. Viele versuchten vorbeizueilen oder uns aus dem Weg zu gehen.

Zu solch einer Begegnung (und meiner visuellen Wahrnehmung davon) entstand später diese Zeichnung. Anfangs wich mir der Mann- ein Bekannter- aus und ich umkreiste ihn förmlich, bis er mich endlich mit einem erleichterten Lächeln erkannte und wir ein Gespräch beginnen konnten.

Mit Grafitpulver zeichne ich eher schwungvoll aus dem ganzen Körper heraus, fast schon vollführe ich einen Tanz auf dem Papier. Insofern ist diese Arbeit auch ein körperliches Nachvollziehen der realen Begegnung, eine Choreografie vielleicht.

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März 2012

„Jens”

Zeichnung (Farbstift)
2011; 0,17 x 0,23m

Im vorigen Jahr hatte ich mir zur Aufgabe gemacht, von Menschen, die ich neu kennengelernt habe, meinen ersten Eindruck (und später den zweiten) festzuhalten. Dabei sind eine ganze Reihe Farbstiftzeichnungen entstanden.
Diese Studien bildeten später Vorarbeiten für große Linografien.

Mit „Jens“ hatte ich nur an einem Tag zusammen gearbeitet. Er schien mir ganz in seiner Welt aufzugehen. Sein inneres Wesen konnte ich an diesem Tag nicht erkennen. Es war für mich unter mehreren dicken Schichten verborgen.

Diese Art von Portraits können Sie auch bei mir in Auftrag geben. Ein interessantes Anwendungsgebiet könnte die Mitarbeitermotivation sein. Warum nicht einmal die Bildsprache in der Personalentwicklung einsetzen?

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Februar 2012

"Kleiner Gott"

mit Rahmen (HALBE, Aluminium, schwarz)
2007; 0,97 x 0,54m


Den Anfang der Reihe zur Kunst der visuellen Wahrnehmung macht dieses Bild, welches ich mit Rauch gezeichnet habe. Dafür wird das Papier befeuchtet und eine Flamme darüber geführt. Diese Technik ist sehr meditativ. Um so mehr überraschte mich die große Figur, die wiederum eine kleine in den Händen hält. Welche von den beiden der "Kleine Gott" ist, überlasse ich Ihnen...

 

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